ESW Bauplanung GmbH, Nürnberg
2014 - 2018
Die Weiternutzung des Wohnhochhauses Albrecht-Dürer-Straße 3 mit einer damit verbundenen Grundsanierung und Modernisierung erschien sinnvoll und geboten. Das Gebäude zeigte nach über 40 Jahren Abnutzungsspuren, vernachlässigte energieökonomische Maßnahmen verursachten hohe Betriebskosten.
Nach Analyse des Bestandes und zur Realisierung der künftigen Gebäudefunktionen lag der Planung eine umfangreiche Aufgabenstellung zugrunde: Neuordnung der Erschließung, brandschutztechnische und energetische Ertüchtigung inkl. Neugestaltung der Fassaden, Grundrissoptimierungen inkl. Herstellung Barrierefreiheit bzw. -armut etc.
„Sonnenturm“ – dieses Motiv prägt das Hochhaus im FinkenPark Fürth. Verbunden mit der neuen Namensgebung fand ein Umgestaltungsprozess statt, der dem Gebäude innen wie außen eine neue Qualität verlieh und damit seiner Solitärstellung innerhalb der Wohnanlage gerecht wird.
Die Maßnahmen trugen dazu bei, sowohl die städtebauliche Gestaltung am unmittelbaren Standort als auch das allgemeine Ortsbild baukulturell zu entwickeln und ein an den Bedürfnissen der Bewohner ausgerichtetes Wohnumfeld zu gestalten.
Die gestalterisch und bauklimatisch unbefriedigende Außenhaut des Gebäudes wurde komplett umgestaltet.
Das Zusammenspiel von plastischer Wirkung der vorgestellten Balkonstruktur mit farblich akzentuierten, verschiebbaren Verschattungselementen führt zu einer adressbildenden Erscheinung des „Sonnenturmes“. Die Uniformität der alten Fassade wich einem lebendigen, durch die beweglichen Verschattungselemente geprägten Bild.
Ein transparenter Eingangsbereich erschließt das Hochhaus von der Albrecht-Dürer-Straße aus. Das Erdgeschoss nimmt verschiedene Nutzungen auf; neben dem Erhalt des bereits vorhandenen Hausmeister-Servicepunktes erfolgte die Einrichtung einer Kindertagesstätte.
In den 13 Obergeschossen liegen die nach Osten und Westen orientierten Wohneinheiten jeweils an einem Mittelflur als gemeinschaftlichem Erschließungs- und Kommunikationsraum. Das vorhandene Treppenhaus an der Nordseite erhielt ein Pendant an der südlichen Stirnseite. An den beiden Flurenden öffnet sich die Fassade großzügig, Bewegung und Orientierung im Haus wurden so erheblich verbessert.
Der Fokus bei der Umgestaltung der Wohnungsstruktur lag auf dem Angebot, mehrere Generationen unter einem Dach zu vereinen. Dies verbindet Forderungen der allgemeinen demografischen Entwicklung mit jeweils höherer individueller Wohnqualität. Künftige Mieter haben die Auswahl von der 1,5- Raum-Wohnung für alleinstehende Personen bis hinzu 4- Raum-Familien-Wohnungen. Dadurch ist den Mietern die Möglichkeit gegeben, sich sowohl innerhalb des Hauses räumlich zu verändern als auch in einem größeren Familienverbund unter einem Dach zu leben.
Während die kleineren, vorrangig als Seniorenwohnungen geeigneten Einheiten in der Regel barrierefrei bzw. barrierearm ausgebildet sind, lassen sich die übrigen Mehrraumwohnungen mit unterschiedlichen Raumstrukturen und Zuschnitten flexibel nutzen und eignen sich so für unterschiedliche Familiengrößen.
Die neue, freistehende Balkonkonstruktion aus vorgefertigten Elementen verändert die Erscheinung des Gebäudes signifikant. Sie bietet eine Reihe von funktionalen Vorzügen: die Größe der Einzelbalkone ist künftig nicht mehr einheitlich, sondern der jeweiligen Wohnungsgröße angepasst. Es besteht die Möglichkeit, mit flexiblen Glaselementen individuell sowohl offene als auch witterungsgeschützte Bereiche zu bilden. Es entstehen neue Nutzflächen zwischen Innen- und Außenraum mit hohem Wohnwert.
In seiner Gesamtwirkung stellt sich der „Sonnenturm“ nach seiner Sanierung als innovatives, den heutigen sozio-kulturellen wie baulich-energetischen Anforderungen gerecht werdendes Wohngebäude dar.
11.890 m²
© ESW
Link zum Wettbewerb:
Wohnhochhaus, Fürth