Schulstandort Dresden-Tolkewitz

Einen Schulcampus für das Lernen und Leben in der Gemeinschaft zu konzipieren – dies ist das Leitmotiv unseres Entwurfes. Schulen sind heute nicht mehr Orte, an denen einfach Arbeitsräume zur Verfügung gestellt werden, sie fungieren vielmehr als ganztägiger Treffpunkt der Kinder und Jugendlichen. Ein Identifikationsort, der den Einzelnen oder die Gruppe zum aktiven wie interaktiven, zum emotionalen wie sozialen Lernen, zu geistiger Betätigung generell anregt, gleichzeitig jedoch Orte der Ruhe und Entspannung bietet – auf diesen Motiven beruht das vorliegende Gebäudekonzept.

AuftraggeberLandeshauptstadt DresdenBaujahr2018Baukostenk.A.

Schulstandort Dresden-Tolkewitz

Auslober

LH Dresden, vertreten durch STESAD GmbH

Wettbewerb

09/2014, 1. Preis

VOF-Verfahren

Zuschlag

Aufgabe
Neubau eines Schulstandortes für eine 4-zügige Oberschule und ein 5-zügiges Gymnasium mit 2 Sporthallen und Freiflächen

Gebäudeform und –lage definieren ein Innen und Außen, in den Stadtraum ist der Schulkomplex nahtlos eingewoben, gleichzeitig schafft er ein Binnenareal eigener Maßstäblichkeit und Dimension.

Durch die Positionierung der Baukörper wurde eine stadträumliche Situation kreiert, aus welcher die ursprüngliche Nutzung des Areals als Straßenbahnhof weiterhin ablesbar ist. So wird die östliche Wagenhalle teilweise erhalten und auch die langgestreckte Hoffläche zitiert mittels gestalterischer Elemente die früheren baulichen Anlagen.

Es entsteht ein mit der Nachbarschaft kommunizierender, in sich geschlossener Schulcampus, der Freiräume unterschiedlicher Widmung, Atmosphäre und Gestalt umfasst: die vorhandene Platzsituation an der Wehlener Straße als sicherer Platz für das Kommen und Gehen, den geschützten, durch Sitzgelegenheiten und Baumdächer gegliederten Pausenhof mit Aktionsbereichen und Ruhezonen im Inneren der Anlage sowie die Sportfreiflächen im Süden.

Das Schulensemble selbst zeigt sich als L-förmiger, eingeschossiger Grundbaukörper, der zwei rechteckige, 3-geschossige Aufbauten trägt. Diese Gliederung spiegelt die geforderten Funktionen und Nutzungen wider, die beiden am Standort vereinten Bildungseinrichtungen bleiben dabei als eigenständige Einheiten ablesbar.

Ein zentraler Gebäudezugang am Wehlener Platz nimmt alle Ankommenden aus Richtung Norden auf. Im Erdgeschoss sind Aula, Cafeteria sowie die Speisesäle als offene Raumlandschaft inszeniert, die multifunktional nutzbar ist.

Als Podium des schulischen Lebens ist hier das Kommunikationszentrum und der einrichtungsübergreifende Treffpunkt. Unmittelbar an den Boulevard angelagert sind die eigentlichen Foyers der beiden Schulen.

Zentrale Innenhöfe belichten beide Häuser und verbinden über vertikale und horizontale Blickbeziehungen alle weiteren Geschosse miteinander. Gleichgewichtet zum nördlichen Zugang ist die Erschließung der Schulen aus Richtung Süden, für alle von der Kipsdorfer Straße Kommenden organisiert.

Der Pausenhof spannt sich als integrativ wirkende Einheit zwischen den Schulneubauten und den Sporthallen über die Kipsdorfer Straße hinweg auf. Prägende Grünelemente dieses Bereiches sind Baumdächer in Verbindung mit locker eingestellten Einzelbäumen.

Die Sportfreiflächen sind konzentriert im Bereich südlich und östlich der Hallen errichtet.

BGF

46.500 m²

In Zusammenarbeit mit
AB Raum und Bau GmbH, Dresden
Fuchs und Rudolph Architekten PartG mbB, München
Leonhardt, Andrä und Partner AG, NL Dresden
GESA Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
UKL Landschaftsarchitekten, Dresden
Lohaus + Carl GmbH Landschaftsarchitekten, Hannover