Gewerbekomplex Lößnitzstr. 14

  • Auftraggeber RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH
  • Aufgabe Sanierung, Umbau und Erweiterung Saalgebäude der ehem. Neustädter Gasanstalt zum Büro- und Gewerbeobjekt, Lößnitzstr. 14 in 01097 Dresden
  • Das 1865 als eingeschossiges, zur Kohlevergasung errichtete Gebäude wurde 1936 um einen Saal für Veranstaltungen aufgestockt. Nach einem Bombentreffer 1945 schwer beschädigt erfolgte erst ab 1950 der Wiederaufbau. Im Zuge dessen wurden die Gebäudeteile links und rechts des Saals ebenfalls um eine Etage erhöht und beinhalteten neben zusätzlichen Büros auch ein DREWAG-eigenes Betriebsärztehaus. Im Erdgeschoss fanden Werkstätten und LKW-Garagen Platz. Das Hauptgebäude selbst erhielt fortan den Namen des ersten Ministerpräsidenten der DDR und erlangte Bekanntheit unter der Bezeichnung „Otto-Grotewohl-Saal“.

    Auf dem ehem. DREWAG-Areal erfolgten ab 2018 bis 2020 die Errichtung einer Schule und eines Kindergartens gegenüber eines zuvor gestalteten öffentlichen Spielplatzes. 2021 wurde mit der Sanierung und dem Umbau der Bauteile 2 (Saal) und 3 (ehem. Werkstätten und Ärztehaus) begonnen. Das baufällige Dach des Mittelgebäudes wurde abgebrochen und der Saal um zwei Etagen aufgestockt. Durch eine an neu eingezogene Stahlbinder stützenfrei angehangene Galerie entstand zusätzliche Fläche, so dass der ehemalige Saal nun das Architekturbüro mit ca. 45 Arbeitsplätzen aufnimmt. In der aufgestockten Etage über dem Saal befindet sich eine 400 m²- Büroeinheit. Oberhalb dieser wiederum erstreckt sich nun eine großzügige Dachterrasse mit zwei flankierenden Besprechungs-Boxen; von hier aus hat man einen sehr schönen Blick über große Teile Dresdens.

    Im Erdgeschoss hat sich nach dem Umbau ein 800 m² großer Biomarkt der VG Verbrauchergemeinschaft eG etabliert, es werden umweltgerecht erzeugte Produkte mit regionalen und saisonalen Schwerpunkten angeboten. Den Verkaufsflächen direkt angegliedert ist ein Bistro mit Außensitzplätzen am Übergang zum Spielplatz. Der ehem. Bereich des Betriebsärztehauses im Gebäudeteil 3 wurde im Stil der 1950er Jahre behutsam saniert und beinhaltet vornehmlich Büroflächen. Im Dachgeschoss dieser Einheit entstand mittels einer markanten, den Bestand erweiternden Konstruktion Platz für ein 400 m² großes Büroloft. Auf gleicher Ebene erreicht man über einen Steg eine Terrasse in einem an der Nordseite des Gebäudes errichteten Containerturm. Dieser überdacht gleichzeitig die Fahrradstellplätze für alle Einheiten und fungiert als weithin sichtbare, an die frühere industrielle Nutzung des Areales erinnernde Landmarke.

  • Zusammenarbeit RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH, Dresden AGZ Zimmermann Architekten GmbH, Dresden Architekturbüro Raum und Bau GmbH, Dresden
  • Fotografie © Katharina Klopfer